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von Gisela & Herbert Ruffer

Abgrenzung statt Überabgrenzung

„Jetzt is‘ aber genug!“ Diese vier Worte sind den meisten von uns vertraut, denn schließlich haben wir sie als Kinder von unseren Eltern gehört. Und das sollte heißen: „Hier ist die Grenze erreicht!“ Das gab uns Sicherheit. Wir wussten woran wir waren.

"Jetzt reicht's!" würden auch wir gerne öfter mal laut sagen, statt es nur zu denken. – Aber trauen wir uns? In diesen zwei Worten liegt das tiefe Bedürfnis nach einer Grenze. Sie wollen sagen: "Bis hierher und nicht weiter."

Wir Menschen wollen gerne im engen zwischenmenschlichen Kontakt sein und es auch bleiben, denn wir brauchen schließlich die Nähe zu anderen, um uns entwickeln zu können – jedoch ohne Schaden zu leiden.

Gewöhnlich schützt das, was wir Achtung und Respekt nennen, vor Übergriffen und den damit einhergehenden schmerzenden Wunden. Wo wir aber das Gefühl haben, dass wir nicht ernst genommen werden mit unserer Persönlichkeit und Würde und all unseren individuellen Bedürfnissen, da gehen wir lieber auf Distanz, – sicher ist sicher.

Wir hegen den Wunsch dazugehören zu dürfen und haben zugleich die Angst, nicht ausgeschlossen zu werden. Das platziert uns in ein aufregendes Spannungsfeld zwischen dem Trachten nach Konformität auf der einen Seite und dem Streben nach Individualität auf der anderen. Mittendrin sind wir, in einem Beziehungsgeflecht zu Menschen, Gruppen, Meinungen, Traditionen, Kulturen, Bedrohungen, Versprechen und vielem anderen mehr. Uns all diesem Einfluss zu entziehen, können wir nicht, aber bestimmen und klar machen, was wir in uns hineinlassen wollen, das können wir, - ja, müssen wir sogar.

Natürlich müssen wir uns selbst, unsere Integrität, unseren innersten Kern, unsere Persönlichkeit und unser Wesen hüten, um ein eigenes Leben aufrecht erhalten zu können. Das erfordert mitunter ein deutlich verstehbares Nein. Aber kein Nein zur Beziehung, sondern ein Nein in der Beziehung und Gemeinschaft, nicht im Abseits davon, sonst sind wir irgendwann allein und schrecklich einsam.

Also: Lieber ziehen und verteidigen Sie rechtzeitig Ihre gesunden Grenzen, statt in Panik zum Notfallplan der Über-Abgrenzung greifen zu müssen und aus der Beziehung hinausgehen oder sie abbrechen zu müssen.

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