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von Gisela & Herbert Ruffer

Nein sagen in der Corona-Krise?

Wir sind soziale Wesen. Und jetzt müssen wir „die physischen und sozialen Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstands auf ein absolut nötiges Minimum reduzieren.“ Wir dürfen nur noch aus triftigen Gründen das Zuhause verlassen, also zur Ausübung einer beruflichen Tätigkeit, zum Arztbesuch und zum Einkaufen. Das war’s im Großen und Ganzen.

Sollen wir zu diesen Ausgangsbeschränkungen selbstbewusst Nein sagen? Natürlich nicht! Das hätte nichts mit Selbstbewusstsein zu tun, sondern mit Aufbegehren und Widerstand. Zudem wäre es dumm und unsolidarisch. Nein, daheim bleiben ist jetzt das Richtige.

Nach drei Tagen waren für uns beide heute drei nötige Besorgungen zu erledigen: Apotheke, Post und Einkauf. Dabei ist uns aufgefallen, dass das Lachen verschwunden ist. Die Menschen, die wir freundlich grüßten, haben den Gruß selten erwidert. Vielleicht weil sie Angst haben. Wir hatten ja gerade unseren Mund aufgemacht und dadurch konnte die Gefahr bestehen, dass das Virus von Rachen zu Rachen springt. Eine Maske war für uns nicht zu bekommen.

Obwohl wir mit den Bediensteten der Apotheke, Post und im Supermarkt über lange Zeit durch die Besorgungen vertraut sind und der Austausch von kurzen Freundlichkeiten bisher immer dazu gehörte, wirkte heute die Plexiglasscheibe nicht nur wie ein Schutz vor Ansteckung, sondern vor Augenkontakt – irgendwie merkwürdig bedrückend und beklemmend. An ein kurzes Miteinander-Lachen war nicht zu denken.

Ja, das Lachen fehlt. Am Telefon geht das noch und auch über Video-Chat. Aber im öffentlichen Leben scheint es verschwunden zu sein.

Am Parkplatz kam es dann zu einer lustigen Situation. Auf dem Weg zum Eingang waren zwei ältere Damen vor uns. Sie gingen deutlich langsamer als wir. Abstand halten! Also verlangsamten wir unseren Schritt. Das bemerkten die Frauen vor uns und drehten sich um. Sie wollten uns vorbeilassen, aber für 1,5 bis 2 Meter Abstand war nicht genug Platz. In unser aller Unsicherheit begegneten sich unsere Blicke und wir mussten lachen. „Da wird man ja Meschugge“, meinte die eine und die andere ergänzte: „Wenn das noch lange so weitergeht, dann haben wir alle bald nur noch Angst voreinander.“

Das ist es, was so Angst macht, dass es so viele Menschen gibt, die Angst haben. Bis zur Herden-Immunität ist es noch weit hin, die Herden-Angst jedoch ist schon da. Vielleicht ist die Angst der größere Feind. Dem ist jedoch zu trotzen. Der Angst muss man sich nicht hilflos ergeben. Man kann ihr sogar ins Angesicht lachen, denn in den meisten Fällen ist die Angst viel schlimmer als es dann wirklich wird. Diese Erfahrung haben wir oft gemacht.

Also: Selbst wenn wir uns gegen die Ansteckung nur mit sozialer Distanz schützen können, dürfen und sollten wir der Angst mit einem selbstbewussten Nein ins Angesicht lachen. Und das am besten, indem wir unsere Mitmenschen mit freundlicher Mine aufmuntern und mit einigen netten Worten zum Mitlachen bringen. Denn Lachen ist für uns alle gesund! Zudem stärkt es nachgewiesenermaßen das physische und psychische Immun-System.

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