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von Gisela & Herbert Ruffer

Wie kommt es zu Grenzüberschreitungen?

Wir wollen gefallen. Das ist vielleicht der menschlichste aller Antriebe. Wir wollen wertvoll sein für Menschen, die uns am Herzen liegen. Das haben wir mit allen menschlichen Wesen gemeinsam. Das ist auch der wesentliche Grund dafür, dass wir eher dazu neigen, Ja-Sager zu werden und uns mit dem Nein-Sagen schwertun. Weil wir Bestätigung brauchen, weil wir dazugehören wollen und gleichzeitig Angst haben, ausgeschlossen und isoliert zu werden. Darum tun sich viele Menschen schwer, Nein zu sagen. „Der andere wird sich abgelehnt fühlen“, denken wir. „Das geht doch nicht! Und ich hab’ dann die Konsequenzen zu tragen. Nein, danke.“ Wir alle wissen, dass Konsequenzen nur ein schöneres Wort für Strafe ist, und die mag keiner. Nein, wir wollen keinen Liebesverlust riskieren, wollen die Zustimmung des anderen nicht einbüßen, seine Wertschätzung und Zuneigung nicht verlieren. Da lassen wir uns lieber vereinnahmen. Und dann merken wir plötzlich, dass schon längst eine Grenze überschritten ist. Es hat eine Zeitlang gedauert bis wir es gemerkt haben. Aber jetzt ist die Stimmung gekippt, etwas stört uns, wir fühlen uns geschwächt in der Anwesenheit des anderen, fast gelähmt, irgendetwas macht uns müde, es ist eine unangenehme Atmosphäre und Anspannung zu spüren, man fühlt sich eingeengt. Aber wie nur ist es geschehen, dass der andere sich so breit machen konnte? Wie kommt es überhaupt zu Grenzüberschreitungen?

Wir glauben, dass es in unserer Natur liegt. Die hat es allen lebendigen Wesen zur Aufgabe gemacht

  • zu wachsen
  • die Welt zu entdecken
  • den Aktionsradius zu erweitern
  • neues Territorium zu entdecken und zu erobern

Dabei kommt man schon mal dem anderen ins Gehege. Und der wird dann natürlich versuchen, sein Revier zu verteidigen. Das ist nämlich dessen Aufgabe: Für die Respektierung seines Verantwortungs- und Zuständigkeitsbereiches Sorge zu leisten. Das ist in der Pflanzen- und Tierwelt ebenso wie in der Menschenwelt zu beobachten. Es gilt also, ein Gespür für Grenzen zu entwickeln. Das dauert ca. zehn Jahre, wobei vom ersten bis zum siebten Jahr fast täglich neue generelle und persönliche Grenzen entdeckt werden. Meist dadurch, dass jemand Nein sagt. Oft ist es die Mama als erste Bezugsperson und Primärerzieherin, aber auch andere Erwachsene wie Papa, Oma, Opa, Onkel und Tanten grenzen uns ein. Hinzu kommen die Geschwister und Freunde sowie das Kindergarten- und Schulpersonal. Darüber hinaus muss sich der Heranwachsende seiner eigenen Grenzen bewusstwerden. Das geschieht jedoch häufig nur dadurch, dass andere sie übertreten haben und wir uns daraufhin fühlen wie oben beschrieben.

Also: Es hilft nichts, nur so können wir herausfinden, wozu wir Ja sagen können und wozu wir Nein sagen müssen.

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